Seit dem Terrorangriff der Hamas auf Israel am 7. Oktober 2023 sind israelische und koschere Restaurants weltweit zunehmend zur Zielscheibe geworden.

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Die Orte haben eines gemeinsam: Es handelt sich nicht um Botschaften, Ministerien oder staatliche Einrichtungen. Es sind private Restaurants, geführt von Menschen, die kochen, arbeiten und Gäste bewirten.

Wer ein israelisches Restaurant angreift, greift nicht die israelische Regierung an. Er verändert keine Entscheidung des Kabinetts in Jerusalem, beeinflusst keine Abstimmung in der Knesset und erreicht keinen politischen Entscheidungsträger. Ein israelisches Restaurant ist weder eine Einrichtung des Staates Israel noch eine Außenstelle der israelischen Botschaft und schon gar kein Eigentum der Familie Netanyahu.

Die Vorstellung, man könne durch die Einschüchterung von Restaurantbesitzern, Angestellten und Gästen politische Veränderungen in Israel erzwingen, ist absurd. Es handelt sich nicht um politischen Aktivismus, sondern um die willkürliche Entladung persönlicher Wut auf Menschen, die zufällig mit Israel verbunden werden.

Genau hier zeigt sich ein altes antisemitisches Muster: Menschen werden nicht mehr als Individuen wahrgenommen, sondern als Stellvertreter eines Kollektivs. Der jüdische Nachbar, der israelische Koch, die jüdische Studentin oder der Restaurantbesitzer werden verantwortlich gemacht für Entscheidungen einer Regierung, auf die sie keinen Einfluss haben.

Kritik an der Politik Israels ist in einer Demokratie selbstverständlich erlaubt. Aber ein Restaurant ist kein Staat. Ein Koch ist kein Minister. Eine Kellnerin ist keine Regierung.

Wer Menschen und Geschäfte aufgrund ihrer tatsächlichen oder vermeintlichen Verbindung zu Israel angreift, führt keine politische Debatte. Er betreibt Einschüchterung und trägt dazu bei, dass jüdisches und israelisches Leben wieder sichtbar unter Druck gerät.

Die Deutsch-Israelische Gesellschaft Rhein-Neckar, Mannheim steht an der Seite aller Betroffenen solcher Angriffe. Nicht, weil jedes israelische Restaurant eine politische Botschaft vertritt – sondern weil jeder Mensch das Recht hat, ohne Angst zu arbeiten, zu essen und zu leben.